Mit Unterstützung von Korte Einrichtungen hat Emil Reimann in Dresden einen Auftritt entwickelt, der in seiner Konsequenz wohl einzigartig ist.

 

Hochwertiger Ladenbau für die Bäckerei Emil Reimann in der alten Heeresbäckerei in Dresden.

 

Alle schlauen Bäcker suchen danach: Ein einzigartiger Auftritt, den die Konkurrenz nicht kopieren kann und der so beim Kunden für die sofortige Wiedererkennung sorgt. Thomas Wohlgemuth kann diese Suche zumindest für seine Emil Reimann Bäckerei in Dresden für beendet erklären. Die Wohlgemuth Gruppe mit ihren 160 Filialen besitzt bei Emil Reimann inzwischen ein – neudeutsch gesprochen – corporate design, das man in dieser Konsequenz nur in ganz wenigen Bäckereien umgesetzt findet. Vom Teller über die Stollenverpackung bis hin zur Backwarentheke folgt bei Reimann alles einer klaren Design-Linie. Emil Reimann ist aber noch aus einem anderen Grund ein interessanter Betrieb: Die Kompetenzen reichen vom Stollen (Wohlgemuth ist der größte Dresdner Stollenbäcker) über die klassischen Backwaren, Konditorei, Eis, Kaffee bis weit in die Bäckergastronomie. Reimann ist deshalb auch prädestiniert, um Standorte wie die Vorkassenzone im Edeka-Markt in der alten Heeresbäckerei in Dresden zu besetzen. Das zusammen mit Korte Einrichtungen aus Kürten entwickelte Konzept zeigt auf 14 Metern Thekenlänge und gut 400 Quadratmetern so ziemlich alles, wofür die Marke Emil Reimann inzwischen steht. Eine Verbindung von Tradition (Emil Reimann feiert in diesem Jahr den 100. Geburtstag) und moderner Systemkompetenz.

 

Hochwertiger Ladenbau für die Bäckerei Emil Reimann in der alten Heeresbäckerei in Dresden.
Backwaren stehen weiter für über 50 Prozent des Umsatzes am Standort. Beim Reimann wird auch Brot in den Filialen gebacken. Bei den „Zuckersachsen“ spielt aber natürlich der Kuchen eine entscheidende Rolle.

Alte Marke wiederbelebt.


Reimann-Geschäftsführerin Elke Ottmüller ist seit 1995 im Unternehmen. Wichtige Meilensteine der letzten Jahre waren 2003 der Bezug der neuen Produktion und vor fünf Jahren die Eröffnung der neuen Reimann- Flaggschiffe im Quartier rund um die Frauenkirche. Die Geschäfte dort zeigen bereits den schwarz-rot-goldenen Markenauftritt bis ins Detail. Im Quartier führte Reimann aber auch neue Konzepte ein: Eine Schaurösterei, die Eisherstellung oder die Schaukonditorei. Gerade letztere hat sich in und um Dresden bewährt. Die Zuckersachsen honorieren den Aufwand, den das Unternehmen hier treibt. Die Schaukonditorei besitzt so an den Standorten einen vergleichbaren Stellenwert wie in anderen Teilen Deutschlands die Schaubackstube. Rund 15 Schaukonditoreien findet man heute in den Filialen im Großraum Chemnitz-Dresden. Und auch in der alten Heeresbäckerei ist sie ein wichtiger Bestandteil des Konzepts.

 

Hochwertiger Ladenbau für die Bäckerei Emil Reimann in der alten Heeresbäckerei in Dresden.
Mit der Kaffeebar hat Korte Einrichtungen noch einen weiteren Treffpunkt geschaffen. Hier findet sich auch das umfangreiche Sortiment der Reimann-Handelswaren. Reimann ist der größte Stollenbäcker Dresdens.

Der Standort Heeresbäckerei.


Reimann war bereits Mieter im Edeka-Markt in der Heeresbäckerei, als der Lebensmittelhändler beschloss, das Konzept für die Vorkasse zu überdenken. Bis 2009 befand sich dort ein buntes Sammelsurium von Geschäften: Bäcker, Blumenladen, Metzger, Asiatisches Restaurant. Nach dem neuen Plan sollte Reimann jetzt den kompletten Bereich besetzen. Entsprechende Pläne hatten Wohlgemuth und Korte früher schon einmal angedacht. Ende 2009 musste es dann aber schnell gehen. Korte-Fachberater Martin Werny betont dann auch, dass sich lange nicht jeder Bäcker an so ein Projekt wagen sollte: „Ich denke, dass nur einer von zehn Betrieben Standorte wie diesen hier langfristig erfolgreich betreiben kann.“ Für Reimann passt die Vorkassenzone, kann die Bäckerei hier doch einmal so richtig zeigen, was sie alles kann. Das fängt gleich am Eingang mit der Gastrokompetenz an. Auch hier passiert natürlich viel vor den Augen des Kunden. Das Angebot reicht von Pizza über Ciabatta vom Grill und Pasta bis hin zum klassischen Mittagstisch, der auch rustikale Küche beeinhaltet.

 

Hochwertiger Ladenbau für die Bäckerei Emil Reimann in der alten Heeresbäckerei in Dresden.
Reimann gehört zu den wenigen Bäckereien, die Standorte wie die Heeresbäckerei übernehmen können. Die Kompetenzen des Unternehmens decken alle Bereiche der modernen Bäckerei ab.

Beispiele sind Krustenbraten oder Kasseler mit Sauerkraut und Kartoffeln. Ottmüller betont, dass es an solchen Standorten wichtig ist, allen Bevölkerungs- und Alterschichten ein attraktives Angebot machen zu können. Entsprechend bietet der Sitzbereich ebenfalls jedem etwas – es gibt den eher ruhigen Rückzugsbereich ebenso wie die Plätze zum „Sehen und gesehen werden.“ Die Gastrotheke nimmt ebenso viel Platz ein, wie in vielen Vorkassenzonen der ganze Bäckerladen. Das muss sie aber auch, denn nur wenn der Bäcker Raum hat, seine Kompetenzen zu zeigen, werden sie auch wahrgenommen. Wohlgemuth fördert die Wahrnehmung seines Angebots aber auch noch mit anderen Tricks: Das Geschirr fällt durch sein ungewöhnliches Design auf. Wird ein solcher Salat- oder Pastateller an den sitzenden Gästen vorbei getragen, löst das fast zwangsweise den „So etwas möchte ich auch haben“-Reflex aus. Besonders gut funktioniert das natürlich mit ausgefallenen Eiskreationen, wie sie Reimann an der Frauenkirche eingeführt hat.

 

Hochwertiger Ladenbau für die Bäckerei Emil Reimann in der alten Heeresbäckerei in Dresden.
Die erste Reimann-Schaukonditorei wurde vor fünf Jahren im Quartier an der Frauenkirche eröffnet. Inzwischen findet man sie an Standorten, auch in der Heeresbäckerei.

Schaubäckerei war gestern.


Mit dem Thema Schaubäckerei befassen sich inzwischen viele Bäcker. Wer sich die Reimann-Konzepte in Dresden anschaut, fängt an, auch über Schaukonditoreien nachzudenken. In der Vorkassenzone des Edeka-Marktes besetzt die Schaukonditorei das zweite Element. Die Zentrale liefert die Rohlinge an, die vor Ort veredelt werden. Die Konditorei hat in Sachsen einen viel höheren Stellenwert als in anderen Teilen Deutschlands. Entsprechend findet sich bei Reimann auch ein Tortensortiment, das bei den meisten anderen Großfilialisten kaum vorstellbar wäre. Die Kuchentheke ist prall gefüllt. Passend zum Auftritt sind auch die Öfen in Nostalgie-Optik gehalten. Einige Aktionsbrote liefert Reimann vorgebacken in die Filialen. Das Unternehmen bewegt sich preismäßig im guten Dresdener Mittelfeld. Trotzdem nötigt es dem westdeutschen Beobachter immer noch Respekt ab, dass die Bäcker in Ostdeutschland mit diesen Preisen operieren können. 1,75 Euro für das Kilo Mischbrot sind kein ungewöhnlicher Preis.


Das Schnittbrötchen kostet 22 Cent. Andererseits muss man sehen, dass es die Bäcker in Sachsen gerade mit ihren günstigen Kuchenpreisen geschafft haben, im Geschäft zu bleiben – und so die Menge zu produzieren, die für die rationelle Herstellung benötigt wird. Im vierten Bereich der Vorkassenzone zeigt sich schließlich noch einmal die Kaffeekompetenz von Reimann. Ein Coffeeshop mit Sitzplätzen an der Theke lädt zu einer kleinen Pause nach dem Einkauf ein. Während der Pause kann der Kunde dann in Ruhe das Reimann-Zusatzsortiment bewundern: Kaffee, Gebäck oder den Reimann-Sekt. Ab Oktober findet sich hier dann natürlich auch der Dresdener Stollen. Hier wird demnächst außerdem der einzige Teil des Ladens in Betrieb genommen, der nicht ganz der Designvorgabe entspricht. Die Bäckerei Reimann wird hier auch den Lotto-Toto-Post-Shop betreiben. Puristen mögen die Stirn runzeln, Ottmüller geht aber davon aus, dass das noch einmal für zusätzliche Frequenz sorgen wird.

Hochwertiger Ladenbau für die Bäckerei Emil Reimann in der alten Heeresbäckerei in Dresden.
Für jeden etwas: Der Sitzbereich bietet „Sehen und gesehen werden“ ebenso wie Rückzugsräume. Eine wichtige Rolle bei der Abgrenzung spielt das Podest. 60 Sitzplätze bietet das Café, im Sommer kommen noch Außenplätze dazu.

Ost-West-Übernahme


Korte-Berater Werny betont, dass sich ein Konzept wie in der Heeresbäckerei nicht nur an Punkten wie Funktionsaufteilung oder Kundenlauf orientieren sollte, sondern ebenso an der Philosophie des Bäckers. Passend zum Premium-Anspruch bei Emil Reimann hat Korte-Einrichtungen exklusive Elemente entwickelt. So findet man den klarlackierten Messing, der bei allen sichtbaren Metallteilen eingesetzt wird, nur in den Läden von Wohlgemuth. Das Kopieren fiele Nachahmern also nicht nur wegen dem außergewöhnlichen Auftritt schwer. In der Wohlgemuth-Gruppe ist man stolz auf das stimmige Gesamtkonzept von Emil Reimann. Und so hat es die ostdeutsche Marke inzwischen auch bis in das Kernverbreitungsgebiet der Gruppe nach Württemberg geschafft. So wird in Westdeutschland demnächst vielleicht nicht nur der Dresdener Stollen von sich reden machen.