Als handwerklicher Betrieb ist die Bäckerei Konditorei Zink der Platzhirsch im traditionsreichen Donau-Einkaufszentrum. Damit das so bleibt, haben Rosemarie und Robert Zink ihr Café zusammen mit Korte-Einrichtungen zu einem ebenso modernen wie zeitlosen Objekt umgebaut.
Einkaufszentren gelten als schwieriges Gelände für handwerkliche Bäckereien – die Investitionssumme ist hoch, ebenso die Miete und das Risiko. Auf der anderen Seite lässt sich hier aber durchaus gutes Geld verdienen, was die Bäckerei Zink im Donau-Einkaufszentrum seit jetzt zwölf Jahren zeigt. Das Café im Center ist die umsatzstärkste der Zink-Filialen. Schon das erste Konzept hatte man mit Korte Einrichtungen realisiert. Damals ein großer Schritt für die Bäckerei, denn Robert und Rosemarie Zink besetzten zum ersten Mal einen Standort dieser Größenordnung. Sie waren nicht nur mit dem Ladenbau, sondern auch mit der späteren Betreuung durch Korte-Mitarbeiter Harald Glöckner immer zufrieden und so ging auch der Auftrag zur Neukonzeptionierung des Cafés wieder nach Kürten. Es stand nämlich einiges mehr an als die bloße Neueinrichtung des Cafés. Familie Zink hatte die Gelegenheit bekommen, ihr Café um eine Außenterrasse zu erweitern. Außerdem hatten sich im Laufe der Jahre die Kundenströme im Einkaufszentrum verändert und Rosemarie und Robert Zink wollten darauf angemessen reagieren. Zusammen mit Glöckner überarbeiteten sie deshalb die komplette Präsentation für das Café mit immerhin 120 Sitzplätzen.

- Für jeden etwas: In den verschiedenen Bereichen des Cafés können sich die unterschiedlichsten Zielgruppen wohl fühlen. Dazu kommt noch die neue, große Terrasse die von den Kunden schon sehr gut angenommen wird. Zink setzt an diesem Standort durchgängig auf Bedienung. Die Regensburger Gäste erwarten diesen Service einfach.
Qualitätsführer
Es reicht ein kurzes Gespräch mit Robert Zink um festzustellen, dass in seinem Betrieb die Qualität im Allgemeinen und die Konditorei im Besonderen einen hohen Stellenwert haben. Über 40 Prozent des Umsatzes macht das Unternehmen mit Konditoreiprodukten. Wer im Raum Regensburg eine aufwändige Torte mit Zuckerbläserkunst sucht, ist bei Zink genau an der richtigen Adresse. Mit der Kompetenz galt es natürlich bei der Neugestaltung im Donau-Einkaufszentrum weiterhin zu wuchern, gleichzeitig sollte aber der wegen der Deckungsbeiträge besonders interessante Backwarenumsatz angekurbelt und das Snackkonzept modernisiert werden. Ersteres erreichten Rosemarie und Robert Zink, indem sie die Backwarentheke in die Mall verlegten. Ein mutiger Schritt, schließlich standen sich bei dem alten Konzept Snack- und Backwarentheke am Eingang des Cafés gegenüber und das hatte ja zwölf Jahre lang sehr gut funktioniert. Mit der Neugestaltung wurde aber nicht nur die Backwarenkompetenz betont, zusätzlich rückte noch der Sitzbereich des Cafés stärker in den Vordergrund. Da sich die neue Sonnenterrasse an diesen anschließt, war es besonders wichtig, den Gästen das Eintreten so einladend wie möglich zu machen.
Modern, aber nicht stylisch
Die Frage, ob das Café in Bedienung oder Selbstbedienung betrieben werden soll, stellte sich im Donau-Einkaufszentrum nicht mehr. Die Regensburger haben sie nämlich schon vor Jahren beantwortet, sie möchten am Platz bedient werden und so hat Rosemarie Zink permanent zwei Servicekräfte im Einsatz. Ob hier noch aufgestockt werden muss, entscheidet sich gerade, mit der Neukonzeptionierung hat sich der Kundenzuspruch insbesondere in den bisher eher schwachen Zeiten erhöht. Der Qualitätsanspruch des Unternehmens setzt sich übrigens beim Personal fort. Zink beschäftigt im Einkaufszentrum wie in den übrigen Filialen fast ausschließlich Fachkräfte. Dazu gehören neben den Bäckereifachverkäuferinnen auch Hotelfachfrauen und Hauswirtschafterinnen. Die Zink-Kundschaft weiß das zu schätzen. Apropos Kundschaft: Entsprechend den Besuchern des Zentrums hat auch das Café einen hohen Anteil älterer Gäste. Deshalb sollte das neue Café „modern, aber nicht stylisch“ werden, wie es Robert Zink formuliert. Glöckner setzte deshalb auf zeitlose Materialien: „Manches Design ist im Moment vielleicht modern, aberwir wissen nicht, ob das in fünf Jahren auch noch so ist. Das Café soll für die nächsten zehn Jahre aktuell bleiben.“ Damit sich die verschiedenen Zielgruppen im Café wohl fühlen, hat Korte die Sitzbereiche wieder unterschiedlich gestaltet. Es gibt die feine Loungeatmosphäre ebenso wie den Classico-Bereich, wo die Lederbänke mit Knopfheftung ausgestattet sind. Von allen Altersklassen angenommen wird die Terrasse. Familie Zink verfügt damit über die einzigen Außenplätze im Zentrum und obwohl sie noch gar keine Werbung gestartet hat, hat sich das in Windeseile herumgesprochen.
Bäckergerechte Gastronomie
Mit ihren zwölf Filialen bewegen sich Rosemarie und Robert Zink in einer für die Unternehmer sehr fordernden Betriebsgröße. Bei der klassischen Aufgabenvertei lung übernimmt Robert Zink die Leitung der Backstube, Rosemarie Zink zeichnet für die Buchhaltung, die Filialbetreuung und damit natürlich auch für das Café im Donau-Einkaufszentrum verantwortlich – wobei schon das Center leicht zu einer tagesfüllenden Beschäftigung werden kann. Rosemarie Zink hat so einige Tricks entwickelt, um die Arbeitsbelastung erträglich zu halten. Beispiel Personaleinsatzplanung: Die macht die Chefin grundsätzlich am Samstag für die folgende Woche, bis Freitag können die Mitarbeiterinnen ihre Wünsche äußern. Steht der Plan dann einmal, wird über ihn auch nicht mehr diskutiert: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es bei allen anderen Herangehensweisen nur zu langen Debatten kommt.“ Bei der Weiterentwicklung des gastronomischen Ange-bots ging es natürlich darum, etwas Besonderes an den Start zu bringen. Gleichzeitig sollte sich aber auch der Betreuungsaufwand im Rahmen halten. Inzwischen gibt es auf dem Markt einige funktionierende Pasta-Systeme. Hier wollte Rosemarie Zink aber nicht in Wettbewerb zu einem nahen Restaurant treten. Die Wahl fiel so auf die Piacettas, ein Pizza-Konzept, das von einem Korte-Mitarbeiter entwickelt wurde. Wobei Pizza die Sache nicht zu 100 Prozent trifft: Die Piacettas – gebacken in einem speziellen Pizzaofen – sind ein eigenständiges Produkt, das es so beim Wettbewerb nicht gibt und die Bäckerei damit auch ein Stück aus der Preisvergleichbarkeit bringt. Ein wichtiger Punkt, schließlich gelten in Regensburg andere Preise als in München. Der Teig lässt sich gut in der Backstube vorproduzieren. Auch ein Eisangebot gibt es jetzt ganzjährig im Café. Hier lässt sich Rosemarie Zink durch ein renommiertes Unternehmen beliefern. Eine spezielle Winterkarte sorgt dafür, dass das Eis über das ganze Jahr Saison hat.
Die Sache gut machen
Bei allem Fleiß hat sich die Familie Zink übrigens einen Tag der Ruhe bewahrt, am Sonntag bleibt die Bäckerei geschlossen. Die Kunden akzeptieren das und decken sich auf Vorrat mit Backwaren ein. Verstärkung aus der Familie ist auch in Sicht: Beide Töchter haben beschlossen, in das Unternehmen einzusteigen. Schnelle Expansion ist aber weiterhin nicht die Sache von Robert und Rosemarie Zink: „Wir machen lieber unser aktuelles Geschäft richtig gut.“



