Das Café Dobbelstein in Duisburg spricht unterschiedliche Zielgruppen an. Das „Kö-Cafe“, wie es im Volksmund genannt wird, ist direkt im Gebäude der Sparkasse in der Duisburger Königstraße.

 

Wenige Meter entfernt, am Sonnenwall, betreibt Anja Dobbelstein, die Schwester von Heike Dobbelstein, eigenständig ein Cafe. Die Produktion wurde schon vor Jahren zentrumsnah in ein Gewerbegebiet ausgelagert. Von dort aus werden die beiden Cafes beliefert. Hier ist auch Heike Dobbelstein Chefin.

 


Ladenbau für das Café Dobbelstein - Zwei Stilrichtungen
Zwei Stilrichtungen - ein Café, im hinteren Bereich fühlt sich ein jüngeres Publikum wohl

Der Umbau wurde nötig, weil die Sparkasse, in deren Gebäude sich das Cafe befindet, größere Umbaumaßnahmen realisieren wollte. „Ich war früher mal ganz stolz auf unsere Möbel aus Echtholzfurnier“, sagt Otto Dobbelstein. Dunkles Mahagoni und Teppiche haben das Cafe und die Konditoreitheke lange Jahre geprägt. Heute präsentiert sich das Kö-Cafe in einem völlig anderen Bild, ohne jedoch seinen ursprünglichen Charakter ganz aufgegeben zu haben. Ein Cafeumbau muss immer zwei Aspekte berücksichtigen: Stammkunden nicht vor den Kopf zu stoßen und somit zu vertreiben, jedoch gleichzeitig auch neue Kunden anlocken.


Im neuen Kö-Cafe ist mit dem neuen Ladenbau Konzept die Rechnung aufgegangen. Heike Dobbelstein: „Unsere Stammkunden sind wieder gekommen. Gleichzeitig ist auch unser Kundenstamm jünger geworden, und neue Kunden konnten hinzugewonnen werden.“ Dass der Altersdurchschnitt der Kunden gesenkt wurde, sieht man nicht auf den ersten Blick. Schaut man jedoch in den hinteren Teil des Cafes, dann merkt man dies, denn dort findet die jüngere Klientel ihren Platz.


Unterschiedliche Bereiche für unterschiedliche Zielgruppen


LAdenbau für das Café Dobbelstein - Die andere Seite gibt sich traditionell
Die andere Seite gibt sich traditionell

Der Eingang zum Cafe befindet sich nicht an der Gebäudefront, sondern an der Seite. Direkt dem Eingang gegenüber ist die große Konditoreitheke platziert. „Alleine schon von der Innenarchitektur her ist das Cafe in zwei Lager aufgeteilt", wie es Otto Dobbelstein bezeichnet.


Entsprechend der neuen Ladenbau Ausrichtung indet man direkt vorne an der großen Fensterfläche traditionelle Sitzmöglichkeiten mit Stühlen und Bänken. Helle Farben und unaufdringliche Stoffbezüge dominieren dort. Vor allem die älteren Kunden finden ihren Platz. Im hinteren Teil ist eine komplett andere Atmosphäre spürbar. Im warmen Rotton sind dort die Wände gestrichen.
Obwohl dieselben Holzfarben verwendet wurden, ergibt sich ein komplett anderes Bild. Aufwändig mit schwarzem Leder gepolsterte Bänke und Stühle umgeben die Tische und Granitplatten. Alte Bilder der Familie Dobbelstein sind der Blickfang an den Wänden. Hier fühlt sich die neue Zielgruppe des Cafes wohl. Schüler und Jugendliche, Geschäftsleute, Freunde die sich treffen – hier findet sich für diese ein Platz. Ebenso sorgt das nur wenige Meter entfernte Landgericht für eine Belebung des Geschäftes. „Die Parteien feiern entweder ihren Sieg oder sie versüßen ihre Niederlage vor Gericht.“


Ladenbau für das Café Dobbelstein - Die Cafébar
Die Cafébar mit den modifizeirten Barhockern

Ein modifizierter Barhocker befindet sich gegenüber der Cafebar. Dort sind es etwas erhöhte Stühle und eine ebenso höher platzierte Bank and der Wand und höher stehende Tische, die die neuen Zielgruppen ansprechen. „Sie sitzen höher als auf einem normalen Stuhl. Ihnen schaut keiner auf den Kopf, was ja bei einem Platz am Gang als unangenehm empfunden werden kann“, betont Otto Dobbelstein. „Gleichzeitig sitzen Sie jedoch viel bequemer als auf Barhockern“. Auch hier sind es meist Gäste, die alleine kommen. Heike Dobbelstein weist auf Stammkunden hin, die inzwischen an diesen Tischen ihren Platz haben: „Die Gäste wollen auch was sehen. Sie können die Arbeit hinter der Theke beobachten und auch zum Fenster hinaus schauen.“ Auch dies ist Teil des Ladenbau Konzeptes, das gemeinsam mit Korte inrichtungen entwickelt wurde.


Theke mit drei Kühlzonen


Ladenbau für das Café Dobbelstein - Die große Konditoreitheke
Die große Konditoreitheke befindt sich direkt gegenüber des Eingangs

Viele architektonische Details sind es, die in der Summe zur Wohlfühlatmosphäre beitragen. Aber auch die technische Realisierung ist in bester Qualität ausgeführt. So sind zum Beispiel die gesamten Schläuche und Kabel der Kaffeemaschinen versteckt angeordnet. Direkt aus dem Kühlschrank wird zum Beispiel die Milch durch einen Schlauch in die Kaffeemaschine gefördert. Für die Gäste völlig unsichtbar.
Besonders stolz ist Otto Dobbelstein auf die Kühltheke: „Nur eine gute Theke kann die Waren entsprechend präsentieren.“ Konditormeister Dobbelstein verweist hier auf seine langjährigen Erfahrungen: „Als ich den Betrieb übernommen habe, haben wir mit einer guten Kühltheke den Umsatz von Buttercremetorten um das vier- bis fünffache vermehrt. Grund war, dass die Torten gut gekühlt präsentiert wurden, ohne gleichzeitig auszutrocknen.“ Eine solche Theke wollten Heike und Otto Dobbelstein natürlich auch jetzt wieder. „Eine Herausforderung für uns“, sagt nicht ganz ohne Stolz Thomas Korte. Das Ergebnis ist eine Theke, die in drei Kühlzonen geteilt ist. Jede kann separat gesteuert werden. Vorgabe war zudem, dass Torten und Kuchen über zwei Ebenen präsentiert werden können. Auf einer weiteren Ebene darüber wird Dauergebäck angeboten.


Der Clou bei der Theke ist neben der Kühltechnik vor allem die Reinigungsmöglichkeit. Die Dobbelsteins wissen, wie lange es dauert, um eine Theke hygienisch zu halten. Jetzt kann die Kühleinheit der Theke mit wenigen Handgriffen hochgeklappt werden. Die schweren Granitplatten werden nach hinten geschoben und die Kühleinheit hochgeklappt. Die darunter liegende Metallwanne kann so leicht ausgewischt oder sogar ausgespritzt werden. „Es geht schneller und ist hygienischer“, bringt Otto Dobbelstein die Vorteile auf den Punkt.