Buchstäblich auf breiter Front wurde das Hauptgeschäft der Fleischerei Kocherscheidt in Wuppertal umgebaut. Dabei ist nicht allein die 12,5 Meter breite Fassade gemeint, auch im Inneren erhielt die Warenpräsentation eine neue Note. Ein Imbiss mit der Möglichkeit zum Außenverkauf wurde gleich mit integriert.

 


Ladenbau für die Fleischerei Kocherscheidt - Auf breiter Front erneuert
Auf breiter Front erneuert

Vor 15 Jahren übernahmen Christina und Volker Finke die alteingesessene Fleischerei Kocherscheidt auf der Vohwinkeler Strasse in Wuppertal und bauten das Sortiment behutsam aus. Neben der Fleischerei war im selben Ladenlokal auch eine Bäckereifiliale untergebracht.

 

Ein Ladenbackofen stand im Mittelpunkt dieses 18 m großen Shops. Gleich nebenan, aber räumlich getrennt, war das Fleischer-Fachgeschäft untergebracht. Nach dem Umbau wurden beide Angebote vereint. Die Bäckerei ist allerdings jetzt auf den Ladenbackofen, der ausgebaut und im Rahmen des neuen Ladenbau Konzeptes wieder eingebaut wurde, beschränkt. An Stelle des eigenständigen Bäckerladens trat jetzt eine Imbisstheke.


Praxisorientierte Gestaltung


Ladenbau für die Fleischerei Kocherscheidt - Berücksichtigung von möglichst vielen Faktoren bei Umbau
Berücksichtigung von möglichst vielen Faktoren bei Umbau

So entstand eine Kombination, die den heutigen Anforderungen der Kundschaft entgegen kommt. „Der Trend zum Mittagessen außer Haus nimmt zu“, beobachtete das Ehepaar Finke in ihrem Umfeld. „Allerdings wollen und können viele Mitarbeiter von Büros, Einzelhandelsgeschäften und Banken in der Umgebung nicht viel für ein gutes Essen ausgeben.“ Die Lage in der Haupteinkaufsstraße des Ortsteils Vohwinkel in unmittelbarer Nähe zur Schwebebahnstation bringt eine gute Publikumsfrequenz. Parkplätze vor dem Haus und zusätzliche eigene Stellplätze im Hof erweisen sich als großer Standortvorteil.

 

„Wir wollten bei unserem Umbau alle Faktoren berücksichtigen“, so Volker Finke. Daher stand mit dem Auslaufen des Vertrages mit dem Bäcker fest, die gewonnene Fläche in das Ladenbau Konzept zu integrieren. Die Devise lautete: „Lieber richtig, als scheibchenweise!“ Umgesetzt wurde die Planung des Ladenbaus durch Korte Einrichtungen. Der Aspekt praxisorientierter Gestaltung kam ebenso zum Tragen wie der Wunsch, aufzufallen, ohne dabei „protzig“ zu wirken. „Unsere Kunden sollten uns wieder erkennen und sich mit dem neuen Angebot identifizieren können“, charakterisieren Christina und Volker Finke die Aufgabenstellung an den Ladenbauer. Und dieser Job wurde mit viel fachlichem Know-how innerhalb von 12 Tagen umgesetzt.

Als diese durch einen Verkaufswagen überbrückte Phase vorbei war, ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten. In den ersten Tagen zählte das Waagenverbundsystem (5 Waagen von Berkel sind im Einsatz) 750 Kunden pro Tag, inzwischen hat sich die durchschnittliche Tagesfrequenz auf rund 500 eingependelt. „So viel, wie sonst am Freitag“, freut sich Christina Finke. Als besonders positiv empfindet sie, dass es viele neue, jüngere Kunden sind, die jetzt hereinkommen.


Transparenz und Einblick


Übersichtlickeit ist ein großer Vorteil

Zu diesem Erfolg trägt neben der Erweiterung des Angebotes um Frühstück und Mittagsgerichten auch die Transparenz des Ladens bei. Mit nur zwei großen raumhohen Panoramascheiben wird ein großzügiger Einblick auf 12,5 Metern Breite gewährt. Getrennt werden die Glasfronten lediglich durch eine Automatiktür, die die Kunden in unmittelbare Nähe zu Imbiss- und Fleischtheke leitet. Wer eine schnelle Mahlzeit oder einen frischen Salat haben möchte, wendet sich nach rechts, während das Fleischereisortiment im klassischen Aufbau den Blick zur anderen Seite leitet. Durch eine Krümmung der Theke (Gesamtlänge 7,80 Meter) wird die Warenpräsentation vom Frischfleisch bis zum Käse in den Blickwinkel des Kunden gerückt.

Installiert wurden Theken des Typs Eurokort 333 mit einer Auslagentiefe von 80 cm und Kippglasaufsätzen mit entspiegeltem Glas. Geschwärzte Grundbleche erhöhen den optischen Kontrast und lassen die Ware noch attraktiver zur Geltung kommen. Die Beleuchtung erfolgt allein von der Decke aus durch Natriumdampflampen. Fluter und Spots sorgen für die Ausleuchtung der Rückwand und akzentuieren die Zusatzsortimente und Wurstgehänge im Thekenhintergrund.


Kurze Wege


Hier wurden auch die Aufschnittmaschinen quer angeordnet, um zum einen kurze Wege für das Verkaufsteam zu gewährleisten, zum anderen, um den Blickkontakt zum Kunden aufrechterhalten zu können. Kühlschubladen unter den Arbeitsplatten gewährleisten einen schnellen Nachschub auch in den Stoßzeiten am Freitag und Samstag, da der Zeit raubende Weg zum Kühlhaus entfällt.

Eine große schwarze Tafel lockert die ganz in weiß geflieste Rückwand auf, die Wischtechnik an den Wänden im Kundenraum fügt sich harmonisch in das von den Terrakotta-Bodenfliesen geprägte Ambiente ein.


Wohlfühlen für Kunden und Mitarbeiter


Ladenbau für die Fleischerei Kocherscheidt - Kunden und Mitarbeiter fühlen sich wohl
Kunden und Mitarbeiter fühlen sich wohl

Zu den Besonderheiten des Ladens gehören neben der gebogenen und in das Fenster hinein führenden Imbiss- und Salattheke auch der Ladenbackofen im Imbissbereich und ein Backwarenregal in der Kassenzone. Auch das Käsesortiment wurde deutlich erweitert und umfasst jetzt 25 Sorten. Durch eine 1,70 Meter lange Zubereitungszeile mit Friteusen und Griddleplatten sowie Regenrationsmöglichkeiten kann eine große Bandbreite von verschiedenen Gerichten angeboten werden. Einige Firmen nutzen die Möglichkeit, ihre Mittagsmenüs per Fax zu bestellen, die meisten Kunden jedoch ordern spontan aus dem täglich wechselnden Angebot, das neben den Klassikern wie Leberkäse, Currywurst oder Spießbraten in der Heißen Theke bereit gestellt wird. Durch die Schiebefenster für den Straßenverkauf und die Ablufthauben über der Imbiss-Station wurden die Klimatechniker des Ladenbauers vor besondere Aufgaben gestellt. Die Luftzirkulation in diesem Bereich sollte das Klima über der Fleischtheke nicht beeinträchtigen. Eine eigene Zuluftregulierung im Heißthekenbereich war die praktische Lösung für diese Herausforderung und trägt zur „Wohlfühl-Atmsophäre“ für Mitarbeiter und Kunden bei.

Zwei Stehtische mit runden Hockern erlauben es, beim Verzehr der Gerichte auch einen Blick auf die Einkaufsstrasse und die in luftiger Höhe vorbei fahrenden Züge der Schwebebahn zu werfen. Das Motto: Frisch und lecker gilt bei Finke als Leitmotiv. So werden die meisten Brühwurstsorten täglich, die Kochwurst mehrmals wöchentlich selbst hergestellt. Bei Rohwurst und Schinken legt der Meister ebenfalls großen Wert auf die eigene Produktion. „Nur so können wir unverwechselbar sein“, ist er überzeugt.