Die Kombination von gepflegter Gastlichkeit und appetitlich arrangierten Fleischwaren prägt den neuen Auftritt der Metzgerei Hirtle in Pirmasens. Dabei beweist der Familienbetrieb, dass die Präsenz in der Vorkassenzone eines Supermarktes zu einem Publikumsmagneten werden kann. Hierzu trägt auch die frische Optik bei, die diese Filiale mit dem jüngsten Umbau in Szene setzte.
Die Romuald und Thilo Hirtle GmbH betreibt neben dem Hauptgeschäft am Stammsitz in Rodalben fünf Verkaufsstellen, davon drei in den Eingangsbereichen von Kaufland-Niederlassungen. Als die Umgestaltung der Kassenzone in Pirmasens zur Debatte stand, war eine Verlagerung des Standortes notwendig. Um trotz der verschobenen Position im SW-Warenhaus sofort ins Auge zu fallen und damit den Kundenstrom in Richtung Fleischerei zu lenken, galt es, ein neues Konzept zu finden und wirkungsvoll umzusetzen. Neue Impulse kamen dazu von Harald Krebs von dem Ladenbauspezialisten Korte Einrichtungen.
Im Mittelpunkt der farblich auffälligen Werbung mit dem blaugrünen Logo der Metzgerei weckt die Aussage „Qualität auf die man vertrauen kann“ Aufmerksamkeit. Zudem fällt der Blick der Kunden sofort auf die durch Korte Spezial-Beleuchtung hervorgehobene Heißtheke, sowie den großen Hähnchengrill in der Rückwand der Filiale. Damit werden zugleich die Stärken des Unternehmens unterstrichen: Traditionelle Pfälzer Kost, frisch und abwechslungsreich zubereitet.
Hervorgehoben wird dieser Anspruch durch einen Koch. Dieser gehört zum Verkaufsteam und agiert nicht nur hinter den Kulissen im Vorbereitungsraum, sondern auch an der Imbisstation und am Grill. Auf diese Weise wird vom á la Minute zubereiteten Pfeffersteak bis zu den Beilagen professionelle Kompetenz erlebbar gemacht. Zusätzlich sind acht Verkäuferinnen beschäftigt, in Kürze werden diese durch zwei Auszubildende unterstützt. Vom Frühstück bis zum Abendessen wechseln - angepasst an die Nachfrage - ständig die Angebote in der Heißtheke. „Es gibt einige Handwerker, die bereits zum Frühstück nach deftiger Kost verlangen“, charakterisiert Romuald Hirtle die Nachfrage. Also wird schon zur Öffnungszeit um 7 Uhr morgens die Palette von acht verschiedenen Fleischkäsesorten präsentiert und aufgeschnitten.
Hähnchenschenkel, Rippchen, Haxen und Saumagen dürfen in der Heißtheke den ganzen Tag über nicht fehlen. Diese Klassiker sind auch die Umsatzrenner. Dazu gibt es täglich wechselnde Mittagsgerichte zum Festpreis von 4,29 Euro. Auch diese werden frisch vor Ort zubereitet. Ab Mittag ist die Dampfnudel mit Wein-Vanillesauce - eine Art Nationalspeise der Region - vom Speiseplan nicht wegzudenken. „Das kulinarische Konzept wird von den Kunden ebenso gut angenommen wie die Atmosphäre im Gastraum“, so der Chef.
Insgesamt 170 Quadratmeter Fläche stehen für die Theke und den Verzehrbereich zur Verfügung, soviel wie vor dem Umbau. Vom einstigen nüchternen „Kantinen-Charakter“ ist hier nach der Umgestaltung nichts mehr zu spüren. Wohnlich ist das Ambiente mit seinem parkettartigen Boden geworden, die Sitzgelegenheiten sind mit Stoff oder Leder überzogen, die Stollentische erhielten pflegeleichte Glasplatten. Insgesamt 60 Sitzplätze stehen zur Verfügung. „Trotz Standortwechsel und dem seit Anfang des Jahres geltenden generellen Rauchverbot in der Gastronomie konnten wir ein Umsatzplus von 10 Prozent verbuchen“, freut sich der Inhaber.
Schnelle und persönliche Bedienung der Kunden
Die Korte-Theke „Tavola“ ist von Granitflächen geprägt, die Rückwände wurden in Schieferoptik gefliest. Der stark auf Kaufimpulse ausgerichtete Laden wird von Hirtle als „Prototyp“ bezeichnet, der auch für die weiteren Vorkassenkonzepte umgesetzt werden soll.
Bei der Gestaltung des Kundenlaufs legten die Ladenbauer großen Wert auf eine schnelle und persönliche Bedienung der Kunden und Gäste. Dazu wurde eine Thekenführung mit einem Winkel gewählt, der die klassische Wurst- und Fleischabteilung vom Heißverzehr- sowie Getränkebereich trennt und mit einem Ein-Meter Modul mit gekühlten Konserven beginnt. Wer zum Essen kommt, muss somit nicht erst an der Fleischtheke anstehen, sondern kann sofort mit warmen Speisen bedient werden. Getränke in Pet-Flaschen werden in Selbstbedienung in der speziellen Getränkekühlung zur Mitnahme präsentiert.
Auf dem Weg zum Kassenelement ist eine Zapfanlage für Bier und alkoholfreie Drinks installiert. Wenn der Kunde dieses passiert hat, kann er nach dem Kassiervorgang mit dem komplett bestückten Tablett seinen Sitzplatz in wenigen Schritten Entfernung wählen.
Die stärkste Kundenfrequenz verbucht das Bistro am Mittag. „Dann sitzen hier Anwälte, Hausfrauen und Studenten“, so Romuald Hirtle. Sie alle lockt die frisch gekochte Hausmannskost zum täglich gleichen Festpreis. Wer sich nicht erst vor der Theke entscheiden möchte, kann sein Mittagessen schon im Voraus auf dem gedruckten Angebotszettel aussuchen oder im Internet finden. „Die meisten Kunden kommen jedoch, weil unser neuer Auftritt einfach Appetit macht“, sieht der Inhaber die Entscheidung für sein neues Konzept bestätigt.





