Wenn Kunden behaupten, die Fleischerei Mandel sei „aus dem Untergrund aufgetaucht“, so stimmt das im wörtlichen Sinne. Nachdem die bisherige Filiale in der City von Osnabrück in der unterirdischen Passage am Verkehrsknotenpunkt der Stadt über Jahrzehnte als Treffpunkt für Gourmets bekannt und beliebt war, galt es, nach der Schließung des Tunnels ein neues Domizil zu finden.
Die Kundenströme hatten sich durch eine Neuordnung der Fußgängerwege an der Oberfläche des zentralen Neumarktes verlagert und damit den bisherigen Standort durch absehbare Umsatzrückgänge unattraktiv gemacht. Also sah sich die alteingesessene Fleischerfamilie Mandel nach einer Lage für die Filiale um, die mindestens ebenso viel versprechend sein sollte wie die bisherige.
Traditions-Fleischerei in ehemaliger Gaststätte
Gesucht waren rund 100 Quadratmeter und die passenden Nebenräume. Der Käuferstrom sollte so nah wie möglich an dem neuen Laden vorbeiführen. Fündig wurde Senior-Chef Franz Mandel beim Besitzer einer Gaststätte, bei der ein Pächterwechsel anstand. Statt eines frisch gezapften Pils gibt es hier nach dem Umbau frisch gewolftes Mett und die komplette Palette der Spezialitäten aus der Traditions-Fleischerei.
Um das neue Ladenbau Konzept der Filiale zu ermöglichen, waren umfangreiche Umbauarbeiten erforderlich. Das neue Ladenbau Konzept wurde gemeinsam mit Korte Einrichtungen entwickelt und kombiniert das klassische Metzgerei Fachgeschäft mit einem Snack-Grill und Außenverkauf. Die Palette umfasst nun dieselbe Bandbreite wie das Hauptgeschäft und wurde damit gegenüber dem Angebot der Filiale in der Passage, das sich auf Wurst und Schinken konzentriert hatte, deutlich erweitert.
Allein über 70 Käsesorten stehen nun für die Kunden zur Wahl. Betreut wird dieses Segment von einer eigens hierfür ausgebildeten Fachverkäuferin. „Die Nachfrage ist vorhanden“ erklärt Mandel. Zudem könne auf diese Weise das Profil als Fachgeschäft für Frische und Genuss geschärft werden. Ebenfalls neu im Sortiment der City-Niederlassung ist ein breit gefächertes Angebot mit Frischfleisch, das täglich neue Kunden in das Geschäft bringt. Zahlreiche pfannenfertige Gerichte erweisen sich als Umsatzbringer in der Zeit nach Büroschluss wenn viele Kunden auf dem Weg zum Busbahnhof einkaufen gehen.
Größe Zuwächse bei den Fertiggerichten
„Mit 70- bis 80.000 Menschen, die täglich mit dem öffentlichen Nahverkehr auf den Neumarkt kommen oder von dort wieder den Heimweg antreten, ergibt sich eine sehr hohe Zahl von potenziellen Kunden“ analysiert Mandel das Umfeld. Zahlreiche Büros und viele Singles, die in der Innenstadt leben, prägen das Angebot an Convenience- und Snackprodukten. So wundert es kaum, dass die größten Zuwächse im Bereich der Fertiggerichte liegen. Weiter Fachgeschäfte für Brot, Fisch und Feinkost in der unmittelbaren Nachbarschaft runden den Standortvorteil zwischen dem Busbahnhof und der Einkaufsmeile ab.
Der Ladenbau Stil ist zeitlos-klassisch. Der schwarz-weiße Kontrast der Bodenfließen wird von hellen, großformatigen Rückwandfließen gelockert. Die indirekte Beleuchtung mit Natrium Dampf-Lampen sorgt für eine ausgewogene Lichtatmosphäre, welche die Warenpräsentation in den Mittelpunkt setzt. Zur appetitlichen Darstellung der Fleischwaren trägt die mehrfach abgewinkelte Theke bei. Diese wurde auf Wunsch der Familie Mandel mit einem Sockel ausgestattet um die Ware noch einmal zwölf Zentimeter näher an das Auge des Kunden zu bringen.
Als Grundmodell wurde die Serie Eurokort 333 gewählt, ausgerüstet ist die zwölf Meter lange Theke mit Großflächendampfern, die durch geführte Kälte mit sanfter Kühlung und geregeltem Kältefluss eine optimale Frischhaltung gewährleisten. Die Thekenwanne besteht aus Glasfiberkunststoff. „Beste Isolierung, optimale Hygiene und einfache Reinigung waren die Merkmale, die für diese Entscheidung den Ausschlag gaben“, sagt Mandel auf die Planungsphase zurückblickend.
Direkt in die Fassade integriert wurde ein 180 Zentimeter langes Thekenelement, das einerseits für den Snackverkauf durch das ein das breite Hebefenster zur Gasse hin genutzt wird, andrerseits den direkten Anschluss an die Metzgerei Theke im Ladeninnenraum bildet. Besonders großen Wert legte Familie Mandel beim Ladenbau auf viel Präsentationsfläche im Hintergrund der Theke. Ein 1,5 Meter breiter gekühlter Fleischschauschrank zählt ebenso dazu wie Wurstgehänge, Regale, sowie beleuchtete Auszeichnungskästen für Aktionen und Angebote. Zahlreiche Unterbaukühlzüge im Hintergrund der Theke erleichtern auch in Stoßzeiten die Nachschubversorgung ohne lange Wege zum Kühlhaus.
Unmittelbar hinter der Käsetheke macht ein klimatisierter Käseschauschrank Appetit auf die edlen Molkereiprodukte, die nach Kundenwunsch auf der eigenen Vorbereitungsfläche frisch vom Stück geschnitten werden können.
Besser Verständigung dank Akustik-Oberfläche
Hier wurden auch die Aufschnittmaschinen quer angeordnet, um zum einen kurze Wege für das Verkaufsteam zu gewährleisten, zum anderen, um den Blickkontakt zum Kunden aufrechterhalten zu können. Kühlschubladen unter den Arbeitsplatten gewährleisten einen schnellen Nachschub auch in den Stoßzeiten am Freitag und Samstag, da der Zeit raubende Weg zum Kühlhaus entfällt.
Eine große schwarze Tafel lockert die ganz in weiß geflieste Rückwand auf, die Wischtechnik an den Wänden im Kundenraum fügt sich harmonisch in das von den Terrakotta-Bodenfliesen geprägte Ambiente beim Ladenbau ein, auch hier hat Korte Einrichtungen maßgeblich mit eingewirkt.




