Mit dem Café-Konzept in Paderborn hat die Bäckerei Goecken aus Bad Driburg Neuland betreten.
Mit 27 Verkaufsstellen, eigenen Filialen und Vorkassenzonen im Umkreis von 30 km um Bad Driburg, war Matthias Goeken für seine Produktion gut ausgelastet. Doch den Traum vom Sitzcafé zu realisieren, scheute er lange Zeit. Als ihm jedoch ein Objekt in Paderborn am Rosentor, Anfang der Fußgängerzone, angeboten wurde, zögerte er nicht lange. In seinem Konzept wollte Goeken Eis, Café und Backwarenverkauf vereinen. Mit Korte-Einrichtungen fand er einen kompetenten Ladenbau Partner, der mit ihm seine Vorstellungen verwirklichte.
Die besondere Herausforderung: Das Gebäude musste erst noch gebaut werden. Goeken wollte aber zum Libori-Volksfest im Sommer sein Café eröffnen. Denn jährlich findet in Paderborn im Juli das Libori-Volksfest statt, dazu werden in der Regel über 1 Mio. Besucher erwartet. Dieses Kundenpotenzial wollte er sich nicht entgehen lassen. Das Objekt befindet sich direkt gegenüber dem Festplatze. Pünktlich vor dem Fest konnte Goeken sein Café eröffnen. Heute zieht er eine positive Bilanz: "Für uns war das Café eine große Herausforderung, aber auch ein Experiment. Nach den gesamten Problemen während der Bauphase und den Erfahrungen im Servicebereich, die wir erst sammeln mussten, kann ich heute sagen, es hat sich gelohnt."
Die große Herausforderung für den Ladenbauer, Korte Einrichtungen verwirklichte den kompletten Innenausbau, bestand auf engstem Raum - der gesamte Innenbereich beträgt 90 m2 - alle Komponenten von Goekens Konzept unterzubringen.
Der eckige Grundriss des Ladens stellte die Planer vor eine große Herausforderung. Ein Viertel des runden Eingangs- und Treppenbereichs zu den oberen Büroräumen ragt in den Laden. Eine mittig angeordnete tragende Säule musste ins Konzept einbezogen werden. Ebenfalls ungünstig platziert ist die Kellertreppe an der Innenwand. Mit halbrunden Elementen bei Gebäcktheke, Raumteilern und Sitzgruppen wurde die kantige Form des Ladens aufgelockert.
Straßenverkauf
Am Anfang der Fußgängerzone bot sich der Eisverkauf mit Straßenschalter an. 16 Sorten Eis bietet Goeken seinen Kunden, das er liefern lässt. Durch die vorgegebene Fassadengestaltung teilt ein Glasrahmen den Schalter, "Leider war es nicht möglich die Eistheke anders zu platzieren und der Bauträger konnte nicht umgestimmt werden, hier eine Teilung auszusparen“, so Goeken. Trotzdem hat der Kunde einen guten Blick auf die Eissorten. Die Schiebefenster werden nach oben aufgeschoben.
Im Winter wird die Eistheke heraus gefahren und stattdessen eine Auslage ins Fenster gestellt. Dann können auch hier Brötchen frisch vor den Augen der Kunden belegt werden. Die Vorrichtungen für die Saladette sind in die Rückwand eingelassen. Zur Eiszeit werden sämtliche Snacks im hinteren Bereich des Ladens zubereitet. Dort steht ein großer Vorratskühlschrank für die Zutaten. Waschgelegenheit und Arbeitsflächen sind ebenfalls vorhanden. An der Wandseite befinden sich Regale, auf denen das Geschirr Platz findet. Die Bierzapfanlage steht im Durchgangsbereich zum Laden. Der Zubereitungsraum ist kein separater Raum, sondern von der Gesamtfläche durch das Brotregal abgeteilt.
Backwarenbereich
Das Brotregal hat drei Etagen und eine Gesamtlänge von 1,87 m. Dabei werden die oberen zwei Etagen fürs Brot genutzt und in der unteren finden die Brötchen in Körben Platz. Unterhalb des Brotregals steht die Brotschneidemaschine. Ein breiteres Regal war nicht möglich, rechts davon beginnt der Eisbereich und links stehen die Backöfen. Doch die Regalfläche reicht vollkommen aus, so wird ständig nachgelegt und das Regal ist nie leer. Für den Snackbereich bevorzugt Goeken zum Überbacken Etagenöfen und zum Backen seiner Brötchen einen Umluftbackofen, beide von Wiesheu. Ofen, Gärraum und Blechablage stehen übereinander und bilden somit eine Einheit.
Das Feingebäck präsentiert sich in der halbrunden Gebäcktheke. Sechs Ladenbleche können insgesamt gestellt werden. Die Form der Theke ermöglicht zum einen hinter der Theke im Arbeitsbereich ausreichend Platz. Zum anderen reichte die Thekenfläche für ein ansprechendes Feingebäcksortiment. Außerdem passt sich die Form der Säule mitten im Laden an, so dass ein ausreichend breiter Durchgang für die Kunden zum Snackbereich gegeben ist.
Der Glasaufsatz wird von runden, gebürsteten Edelstahlträgern gehalten. Die geraden Scheiben sind mit einem Scharnier versehen, damit sie zur Selbstbedienung ganz aufgeklappt werden können. Zudem erleichtert dieses System die Reinigung der Scheiben und das Anbringen der Preisschilder kann von vorn geschehen. Als Taschenablage dient eine gebogene Edelstahlstange. Lichtkästen aus Milchglasscheiben setzten in der dunklen Holzfront Akzente.
Snack & Co.
Dem Durchgang zum hinteren Bereich schließt sich die Snacktheke an. Das Design ist der Backwarentheke gleich, nur in rechteckiger Form und komplett gekühlt. Zudem verfügt die Snacktheke über eine geschwungene Tablettablage. Auch hier lassen sich die Thekenscheiben zur Selbstbedienung nach oben klappen. Eine kleine abgewinkelte Ecke wurde als Hockbereich im Coffee-shop-Stil eingerichtet. Der Kaffee von Schärf wird mit einem Halbautomaten zubereitet. Ein Barista bereitete in den ersten Monaten die Kaffeespezialitäten. "Wir mussten einsehen, dass Wunsch und Wirklichkeit oft weit auseinander liegen“, so Goeken. Denn ein Sitzcafé benötigt für den Service mehr Mitarbeiter als im SB-Bereich. Einen Mitarbeiter nur an der Kaffeemaschine stehen zu haben, ist zu kostspielig. "Wir haben einige Zeit benötigt, um die passenden motivierten Mitarbeiter zu finden. Denn auch das Miteinander muss stimmen“, erkannte Goeken.
Im Sitzbereich des Cafés mit 40 Sitzplätzen überwiegen mehr die runden Formen. Zusätzlich mietete Goeken die Terrasse von der Stadt an. Durch breite Flügeltüren kommen die Kunden aus dem Innenbereich, um nochmals 50 Plätze vorzufinden. Unter fest im Boden verankerten Sonnenschirmen genießt die Kunde an warmen Tagen hier die Spezialitäten von Goeken. Im Schatten unter den hohen Bäumen vergisst auch Matthias Goeken die Strapazen und Probleme während der Bauphase. "Ob ich noch ein Sitzcafé realisieren würde, weiß ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Aber ich bin froh, diese Erfahrung machen zu können“, resümiert Goeken.




