Eine Filiale mit Bäckereicafé in der Fußgängerzone von Weiden in der Oberpfalz baute der Brunner Bäcker zusammen mit Korte Einrichtungen in drei Wochen Bauzeit um. Seitdem freut sich Brunner über 20% Umsatzsteigerung – besonders bemerkenswert, weil direkt neben dem Laden ein Wettbewerber ebenfalls ein Bäckereicafé betreibt.


Ladenbau für die Brunner Bäckerei in Weiden - Zu jeder Zeit das Richtige bieten
Zu jeder Zeit das Richtige bieten, ist Georg Brunner wichtig:„Die Auslage wechselt mindestens dreimal täglich“, so der Juniorchef

Die Filiale in der Weidener Weißenburger Straße besteht seit 18 Jahren als SB-Café. „Es war eines der ersten SB-Cafés überhaupt“, erzählt Juniorchef Gerhard Brunner, „und schon damals ein Meilenstein. Viele Bäcker haben es sich angeschaut.“ Die Einrichtung war damals dunkel, schwer und von Messingtönen geprägt. Grund genug für Brunner zu modernisieren. Der Stil des Ladenbaus blieb edel, hat aber neue Leichtigkeit gewonnen.

Betritt der Kunde das Bäckereicafé, erstreckt sich rechts die Theke über die ganze Länge des Ladens, links lädt das Café mit 50 Plätzen zum Verweilen. 40 weitere stehen bei gutem Wetter im Freien vor dem Laden zur Verfügung. Die Fassade des Gebäudes gliedert sich in drei Arkaden. Links sieht man das Café, der mittlere Bogen bildet den Eingang. Für die rechte Arkade hat Brunner sich für einen Straßenverkauf entschieden, auf ein klassisches Schaufenster wurde verzichtet.


Vom Snack bis zur Torte


Ladenbau für den Brunner Bäcker in Weiden in der Oberpfalz - der Straßenverkauf
Anlaufstelle für Hungrige in Eile: der Straßenverkauf

Um die Auslage flexibel nach Tages- und Jahreszeiten, Wochentagen und dem Appetit der Kunden gestalten zu können, erhielt die Theke für den Straßenverkauf ein Kühlsegment sowie einen Bereich, der wahlweise zum Kühlen oder Warmhalten dient.

Die Theke im Laden bietet Platz für sechs Bleche Gebäck, 1,20 m für Kuchen können gekühlt werden. 2,40 m stehen für gekühlte Snacks und Torten zur Verfügung. Welche Produkte wieviel Platz bekommen, hängt von der Tageszeit ab, auch dies galt es im Ladenbau Konzept zu berücksichtigen. Zum Frühstück bietet der Brunner Bäcker belegte Brötchen. Zur Mittagszeit bestimmen Salate, Sandwiches, belegte Fladenbrote oder warme überbackene Snacks das Angebot. Am Nachmittag machen sie dem Sortiment aus Torten und Sahneschnitten Platz. „Nach meinen Beobachtungen wächst das Torten-Segment wieder. Wir sind in vielen Vorkassenzonen vertreten, wo wir mit Pre-Bake-Stationen im Wettbewerb stehen. Aber ein solches Angebot können die nicht bieten“, so Brunner.

 

Der hintere Bereich der Theke bietet Raum zur Snack-Vorbereitung. Die Theke ist dort aus Sicht der Kunden erhöht, hinter der Blende verbergen sich die Zutaten-Behälter. Beim Thekenglas hat sich Brunner für entspiegeltes Glas entschieden, die Scheiben stehen leicht schräg und sind ohne Wölbung. Erfreulich praktisch: Die Thekenzahlplatte ist mit etwa 30 cm sehr komfortabel breit gehalten. Die Auslage- und die Arbeitsflächen sowie die Taschenablage sind aus schwarzem Granit, Theke und Wand dahinter aus bernsteinfarbenem Birkenholz. Die Holzflächen werden durch Elemente aufgelockert, die in Kupfertönen leicht gestreift sind. Nicht nur Kunden, auch Café-Besucher wählen Speisen und Getränke an der Theke. So haben alle die vielfältige Auswahl vor Augen.


Ein Altar für Kaffee


Ladenbau für den Brunner Bäcker in Weiden in der Oberpfalz - Vier Maschinen für Kaffee & Co
Vier Maschinen für Kaffee & Co.: Nicht nur in der umgebauten Filiale legt der Brunner Bäcker viel Wert auf sein Kaffee-Angebot

Gerhard Brunner ist leidenschaftlicher Kaffee-Liebhaber und überzeugt, dass ein hochwertiges Kaffeeangebot das Sortiment seiner Filialen abrundet. Das setzt er auch um. Zu jeder der 87 Filialen zwischen Amberg, Bayreuth, Regensburg und Hof gehört mindestens ein Stehcafé, fünf bieten Sitzcafés und vier ein Bistro. Überall stehen hochwertige Kaffeemaschinen, und die Kunden können aus dem ganzen Spektrum von Espresso bis Latte Macciato wählen. Sie trinken zusammen neun Tonnen Kaffee im Jahr – und geben Brunner somit Recht.

 

Entsprechend Brunners Philosophie glänzt in der Weißenburger Straße über der Schankanlage ein prächtiges Logo: die Abbildung einer dampfenden Tasse Kaffee in Rot, Orange, Blau und Gold auf einer runden Milchglasscheibe. Ihre Rundung nimmt die Wandverkleidung, die ansonsten geradlinig verläuft, in elegantem Schwung auf. Links und rechts ist Platz für Gläser und Kaltgetränke. Neben der Schankanlage stehen die Kaffeemaschinen: eine Brühmaschine, ein Spezialitätenvollautomat, eine Schokoladen- und eine Frappeemaschine. Christoph Kuhn, der für Korte Einrichtungen das Projekt betreut hat, spricht deshalb auch bei diesem gelungenen Ladenbau von einem „Altar für Kaffee“.

Weniger Platz erhielt nach dem Umbau das Brotregal. Es ist nicht einmal halb so groß wie sein Vorgänger und hat nur zwei Etagen. Allerdings ist es mit 60 cm extra tief. Auch wenn nur noch wenige Brote im Regal liegen, sind die vorderen Reihen gefüllt. Leere Flächen dahinter kaschiert das Schwarz des Hintergrunds. Unter den Broten warten die Brötchen in  schrägen Schütten auf ihre Käufer, die Brezen haben ein eigenes Thekensegment direkt am Ladeneingang bekommen.

Am anderen Ende des Brotregals befindet sich der Ladenbackofen. Er gehört in Brunners Filialen zum Standard. Ein Drittel aller Produkte wird im Laden frisch gebacken. Dazu setzt der Brunner Bäcker Langzeit- oder Tiefkühl-Teiglinge aus eigener Produktion ein. Grundsätzlich läuft das Marketing bei Brunner selten über Sonderangebote. Statt dessen gliedert ein Jahresaktionsplan in Zweimonats-Schritten, welches neue oder bewährte Produkt aktuell im Mittelpunkt steht – ob unter dem Gesichtspunkt Wellness mit Aloe Vera oder passend zur Sommer-Sonne das Krusti, ein Brötchen mit Tomate, Basilikum und Olivenöl.


Stilvoll genießen


Ladenbau für den Brunner Bäcker in Weiden in der Oberpfalz - Die Balken in den Fensterbögen
Die Balken in den Fensterbögen sprechen den Kunden an: „Schön, dass Sie da sind!“ über dem Café-Fenster und „Vielen Dank für Ihren Besuch! Bis bald!“ zum Abschied

Blickfang im Café sind zwei prächtige Messing-Kronleuchter. In den Randbereichen der Decke unterstützen kleine, eingelassene Strahler die Leuchter. Zu den Rändern hin ist die Decke leicht abgesenkt und an den Kanten durch Stuckprofile geschmückt. An den Wänden rahmen paarweise Messingleuchten wie moderne Fackeln einen großen Spiegel bzw. verschiedene Poster. Motive rund um den Kaffeegenuss schmücken, ohne den Blick zu bannen. Die Tapete in Spachteltechnik-Optik ist in warmen gelb-beige Tönen gehalten. Dazu harmonieren die Stühle, die braun-beige in einem ähnlichen Bernstein-Ton gepolstert sind wie das Birkenholz der Theke und das des Raumteilers, der Cafébesucher von Laufkunden trennt.

 

Auflockernd anders dagegen ist das Blau der Bänke, die an der Wand entlang laufen. Die Tische haben dunkel gerahmte Steinplatten. Der Holzstrukturfußboden bildet einen Gegensatz zu den hellen Platten im Verkaufsbereich. Das alles schafft ein edles Ladenbau Ambiente zum Genießen und Verweilen. Die Materialien sind hochwertig, die Formen klassisch und ein gewisses Maß an messinggoldenem Glanz schmückt das Café, ohne überladen zu wirken. Dass sich der Umbau nicht nur optisch gelohnt hat, bestätigt ein 20%iges Umsatzplus.