Die Bäckerei Keim erneuerte mit Korte Einrichtungen das altehrwürdige Café Finckh in Reutlingen und öffnete es damit auch für ein jüngeres Publikum.
Tradition gepaart mit Innovation und Liebe zum Detail wollte Stephan Rittelmann, Mitgeschäftsführer der Bäckerei Keim, beim Umbau des traditionsreichen Café Finckh in der Wilhemstraße in der Fußgängerzone in Reutlingen verwirklicht wissen.
Die Vorbesitzer wollten ihr ein wenig verplüschtes und in die Jahre gekommenes Café schließlich nach langen Jahren "in gute Hände übergeben" und letztlich gelang es Rittelmann, sie von seinen Ideen mit einem guten Konzept zu überzeugen. Bei der anstehenden kompletten Renovierung musste ein Kompromiss gefunden werden zwischen dem Anspruch der Tradition, um die vielen langjährigen Stammkunden als Gäste zu halten, und dem Anspruch eines zeitgemäßen Caféangebots in aktuellem Ambiente für Jung wie Alt.
Keine leichte Aufgabe also für Martin Werny, Fachberater bei Korte Einrichtungen und seit vielen Jahren bereits für die Bäckerei Keim tätig. Die betreibt allein in Reutlingen 12 Fachgeschäfte. Insgesamt ist man im Einzugsgebiet Reutlingen, Metzingen (Ermstal bis Bad Urach), Tübingen (bis Rottenburg und Herrenberg), Stuttgart (nur Raum Fildern), Böblingen, Sindelfingen, Esslingen, Plochingen, Kirchheim/Teck und Filstal bis Göppingen mit heute 47 Verkaufsstellen vertreten und die Expansion des Betriebes geht in allen Sparten und in alle Richtungen weiter. 385 Mitarbeiter sind aktuell in der Backstube, im Verkauf und im Service beschäftigt. Die Produktionsfläche wurde mehrfach, zuletzt vor acht Jahren, vergrößert.
Getreu der Forderung "Modernisieren und rationalisieren" ist der Maschinenpark stets auf dem Stand aktueller Technik. Dennoch wird auf traditionelle Handarbeit nicht verzichtet. Seit mehr als 25 Jahren nimmt das Unternehmen jährlich erfolgreich an Qualitätsprüfungen von DLG und CMA teil, mit regelmäßigen Auszeichnungen wie dem "Preis der Besten". Zwei- bis viermal täglich werden die Filialen von der Zentrale aus beliefert. Für laufend frische und warme Backwaren sind alle Standorte mit einem Ladenbackofen ausgestattet. Mit warmen und kalten Bäcker-Snacks sowie Kaffeespezialitäten konnte man das Sortiment in den vergangenen Jahren deutlich ausweiten und Umsatzsteigerungen erzielen.
Komplettumbau in vier Wochen
Am 21.04.2008 eröffnete die Bäckerei Keim nach vier Wochen Umbauzeit und Neueinrichtung mit Korte Einrichtungen das altehrwürdige Café in der Fußgängerzone in der Wilhelmstraße 122 neu. Das Finckh legte den verblichenen Charme vergangener Zeiten ab und verwandelte sich in ein modernes, zeitgemäßes Café mit vielen unterschiedlichen Sitzbereichen, verschiedenen Materialien und abwechslungsreichen Sitzsituationen von gediegen zeitlos bis frech jugendlich.
70 Plätzen innen und weitere 40 auf der Außenfläche vor dem Café stehen zur Verfügung. Neu und bisher einmalig für die Bäckerei Keim: Die Gäste werden im Café Finckh am Tisch bedient. Alle anderen Keim Bäckerei-Cafés arbeiten nämlich in Selbstbedienung. Ebenso einmalig: In einer kleinen Backstube werden wie zuvor viele frische Konditoreiartikel wie die in Reutlingen sehr bekannte Johannisbeer-Baiser-Torte oder auch die Reutlinger Fleischpastete vor Ort hergestellt.

- Das in der Glasfront der Theke hinterlegte Holz unterstreicht den hochwertigen Charakter der Einrichtung. Die Theke ist insgesamt 6,50 m lang und umfasst eine kleine Heißtheke mit Snack-Kühlung für Mitnahmeartikel, eine Gebäcktheke, Pralinen- und Eistheke, sowie eine 1,70 m lange, hochwertige Konditoreitheke.
Für die Kontinuität stehen neben dem Namen des Cafés auch eine Reihe von Mitarbeitern, die das Angebot von Rittelmann annahmen, darunter auch Gerhard Losch, der als Konditor bereits seine Ausbildung im Café Finckh absolvierte und nunmehr seit über 40 Jahren im Finckh tätig ist. Während man bei Keim in den Cafés in der Regel auf Warmhaltetheken und vorbereitete kleine Gerichte setzt, gibt es im Finckh neben den typischen Bäckerei- und Konditoreiwaren im Café und der Frühstückskarte auch eine attraktive Speisekarte mit Suppen, Salaten und kleinen Gerichten wie beispielsweise Putenröllchen, pochierte Lachsschnitte oder Rindsroulade mit Butterkartoffeln und Apfelrotkohl.
Der Kunde betritt durch eine Automatiktür zunächst den Verkaufsraum mit der Theke als zentralem Element. Letztlich führt sie ihn zum schmalen mittels dreier Leuchtrahmen attraktiv gestalteten Durchgang in den Cafébereich. Bei der Farbwahl wurde bewusst auf den sonst üblichen Keim-Rot-Ton in der Gestaltung verzichtet, (rot in abgewandelten Nuancen im Verzehr-, Cafébereich) um den Standort innerhalb der Keim-Fachgeschäfte abzuheben.
Die Tavola Theke bringt mit ihrem eckigen Glasaufsatz die Backwaren ganz nahe zum Kunden, eine Zwischenetage bietet weitere Auslagefläche. Zur geraden Grundform passt auch das Vierkantprofil der Taschenablage aus Edelstahl. Das in der Glasfront der Theke hinterlegte Holzdekor unterstreicht den hochwertigen Charakter der Einrichtung. Die insgesamt ca. 6,50 m lange Theke beginnt am Fenster mit einer kleinen Heißtheke und einer Snackkühlung - beide gedacht für Mitnahmeartikel.
Es folgt die 1,60 m lange Gebäcktheke, dann die Bereiche für Pralinen und Eis. Die Eistheke kann je nach Saison rausgeschoben und die Fläche dann für Saisonartikel oder Gebäck genutzt werden. In einem leichten Winkel von ca. 30° folgt ein kleines Service- und Präsentationselement und schließlich die 1,70 m lange hochwertige Konditoreitheke mit anschließendem Übergabebereich, verdeckt hinter einem kleinen Lasten- Aufzug, der intern die Verbindung zur Produktion im OG darstellt.
Der Regalbereich folgt mit kleinem Getränkekühlschrank und dem Gatterschneider, Brotregal, Präsentationsfläche, Kaffeetechnik und Servicebereich der Gestaltung der Theke. Das Brotregal ist in drei Elemente unterteilt und wirkt mit seinen Holzrosten vor schwarzem Hintergrund und den darunter liegenden Drahtkörben für Kleingebäck schlicht, bietet aber genügend Platz für das Sortiment.
Großen Raum nimmt im rückwärtigen Bereich das Kaffeekonzept von Schärf ein mit einem Halb- und einem Vollautomaten, um Genuss wie Schnelligkeit to go gleichermaßen zu ermöglichen. Zum Konzept gehören neben zwei Mühlen auch ein Mixer z.B. für Iced Moccacino und eine dekorative Wasseraufbereitung. Auf informativen Plakaten oberhalb der Maschinen kann der Kunde seine Auswahl unter den gebotenen Spezialitäten treffen.
"Die Kunden mussten sich natürlich ein wenig umstellen", weiß der zuständige Gebietsverkaufsleiter Renè Leger. "Heute gibt es ein Glas Wasser zum Kaffee und natürlich ein viel größeres Angebot an Kaffeespezialitäten. Und wenn wir Kaffee und Tee ausschenken, dann zelebrieren wir das. Der Kaffee wird auf Silbertabletts serviert, auch aus Silberkännchen, Tee gibt es im Thermoglas."
In dem einsehbaren Vorbereitungsbereich dahinter ist Platz für die Arbeit des Servicepersonals, zur Bereitstellung von Getränken, Gerichten und für die Café-Kasse. Vectron Kassen ermöglichen dabei auch aus der Zentrale jederzeit einen Blick in das Tagesgeschäft. Jeweils ein Drittel des Umsatzes wird mit Backwaren, Konditoreiwaren und Gastronomie erzielt.
Mindestens zwei Personen arbeiten im Service, eine bedient, die zweite richtet her. Den Charakter des klassischen Cafés unterstreicht auch das Angebot an hochwertigen Handelsartikeln und selbst hergestellten Pralinen und Teegebäcken, die auf schmalen Regalen im Wandbereich zum Impulskauf locken.
Sitzwelten
Der Durchgangsbereich zwischen Verkauf und Café wurde bewusst dunkler gestaltet. So entfalten die großen Wand-Photo-Leuchtkästen zum Thema Kaffee, Tee und Wasser ihre Wirkung. "Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er hinterlässt, ist bleibend."
Diese Weisheit stammt von dern auch auf die individuelle, in hohem Maße Abwechslung wie Komfort bietende Einrichtung, die sowohl die Ansprüche jüngerer Kunden wie auch älterer Stammgäste zufrieden stellt. Die vorhandene Raumsituation wurde dabei nicht geändert, allerdings komplett neu gestaltet.
Da gibt es die frech, jugendliche Sitzecke mit Polsterbänken und Hockern in kräftigem Rot, mit farblich wechselnden großen Deckenleuchten - der von Kunden dafür bereits gefundene Name lautet Raumschiff Enterprise - ebenso aber auch Einzeltische mit Stühlen, die zu einem ruhigen Gespräch einladen. Gediegen, zeitlose Elemente mit Tischen in Granit oder Glasplatten mit eingelegter Dekoration werden harmonisch ergänzt durch Stühle im farblich abgestimmten Streifendesign.
Ebenso gibt es aber auch einen Eck-Sitzbereich mit geschwungener, abgewinkelter Bank mit Blumenmuster und großem Glas-Tisch. Selbstverständlich wurde die Beleuchtung auf die einzelnen Bereiche abgestimmt. Während im Verkaufsbereich Natriumdampf-Einbaustrahler die Backwaren in bestes Licht setzen, finden sich im Sitzbereich eine Vielzahl unterschiedlicher Beleuchtungselemnete und damit auch -situationen. Es gibt dezente Wandleuchten, Kronleuchter und dazu passende filigrane Stehleuchten im hinteren Raumteil sowie kleine Einbauleuchten zur Akzentuierung einzelner Deko-Elemente.
Ein echtes Highlight ist der hintere Raum mit seiner großen Sitzbank mit geschwungener Rückenlehne und passendem individuellem Spiegel. Er wird besonders von den Stammgästen gerne für größere Kaffeerunden genutzt. Tische und Spiegel sind Spezialanfertigungen, die Lampen kommen aus Italien. Verschiedene Dekoelemente wie ein Wasser-Wandbild, ein Bambus- Raumteiler und die Glas-Wandfläche im hinteren Raum mit dem Goethe-Zitat runden den zwar abwechslungsreichen aber doch nie unruhigen Gesamteindruck an. Denn auch wenn sich das Ganze aus vielen Einzelteilen zusammensetzt, so wirkt es doch harmonisch in Farben und Formen. Bei aller Vielfalt in der Einrichtung steht immer ein Gedanke dahinter: es soll einladend sein.
Quellennachweis: Mit freundlicher Genehmigung der Goldenfels Verlags-Service GmbH













